Martin Bucer
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Martin Bucer - ein europäischer Reformator |
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Martin Luther, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin - das sind die Namen der
"bekannten" Reformatoren. Für Hessen und ganz Europa muss der Name
Martin Bucer hinzugefügt werden. Mit Luther traf er
schon kurz nach dessen Wittenberger Thesenanschlag (1518) zusammen. Bucer
hörte den standhaften Ex-Mönch und Professor, als er noch
Dominikanermönch in Heidelberg war. Begeistert von Luthers Argumenten
beschloß er dann, dem Orden Lebewohl zu sagen und sich den Anliegen
der Reformation anzuschließen. Zunächst gelangte er als Prediger
zum pfälzischen Adligen Franz von Sickingen. Später übernahm
er eine Pfarrstelle in der elsässischen Metropole
Straßburg. Hier war er einer der ersten Theologen -
noch vor seinem Vorbild Luther -, die es wagten, den Zölibat abzulegen
und zu heiraten. |
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Er wirkte in Straßburg, und von dort aus machte er sich auf
die Reise, um die Verbindung zwischen den Zentren der
Reformation herzustellen. Dabei legte er allein in den Jahren 1534 bis 1539
mehr als 12.000 Kilometer zurück, und das zu Pferde! Wer sich
vorstellen kann, wie die damaligen Straßenverhältnisse waren und
dabei bedenkt, daß Bucer das 40. Lebensjahr schon überschritten
hatte, kann sich ausmalen, was das bedeutet. Man kann sagen, daß sich
ein Großteil seines Lebens buchstäblich "auf der
Landstraße" abspielte. Dabei waren für Bucer in diesen Jahren
Religionsgespräche, wie das berühmte Marburger
Gespräch im Jahre 1529, genauso seine Ziele wie das
persönliche Überbringenvon Kompromiss-Botschaften von
Wittenberg nach Zürich. Der Straßburger reiste mehrmals nach
Hessen, und "erfand" hier die Konfirmation und
empfahl, Kirchenälteste zur Unterstützung der Pfarrer in
den Gemeinden einzuführen. Dies ist in der "Ziegenhainer Zuchtordnung"
und der "Kasseler Kirchenordnung", die um das Jahr 1538 entstanden,
dokumentiert. |
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Er sprach mit Freunden und theologischen Gegnern. Zu den
Täufern knüpfte er Kontakte, und nahm sie und ihre
Anliegen dabei sehr ernst - eine Besonderheit in Zeiten, wo nicht
Rechtgläubige vom Staat mit Kerker oder Todesstrafe bedroht wurden. Im
katholischen Bistum Köln wurde Bucer gebraucht mit
seinen Vorschlägen zur Reform der Kirchenorganisation. Auch mit den
katholischen Gegnern pflegte Bucer verständnisvollen Umgang. Das von
Bucer mitgeschriebene "Regensburger Buch", Dokument einer
Versammlung von protestantischen und päpstlichen Theologen trägt
seine Handschrift. Sogar in der bis heute nicht unumstrittenen
Rechtfertigungslehre konnte damals eine Einigung erzielt werden!
Schließlich mußte er nach England auswandern,
weil die damaligen Machthaber in seiner Wirkungsstadt Straßburg seine
auf Vermittlung bedachte Art nicht ertragen wollten. So wurde Bucer auch zu
einem der "Kirchenvätern" der anglikanischen Kirche. Dem
englischen König widmete er auch sein letztes großes Werk
über das "Königreich Christi". Seiner Heimat entwurzelt und
sterbenskrank vollendete er seinen Lauf im Jahre 1551 in der
Universitätsstadt Cambridge, also annähernd vor 450 Jahren. |
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Lesetipp: Hartmut Joisten >>nach Hartmut
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Der Grenzgänger Martin Bucer.
Ev. Presseverband der Pfalz, Speyer 1991
12,50 EUR
Lesetipp: Volker Storch
Die Anfänge evangelischer Kirchenordnung in Hessen.
Magisterschrift Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
Selbstverlag, 1999
13 EUR
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